Sind Hunde Fleischfresser?

Hund_Fleisch

„Hunde sind Fleischfresser“ – diese Aussage liest man immer wieder. Meist wird dann auch noch gesagt, dass die natürliche Ernährungsweise von Hunden Beutetiere wären. In Anlehnung an diese Aussagen entwickelten sich Ernährungskonzepte, deren Grundlage die Zusammensetzung vermeintlicher Beutetiere ist.

Einschub (persönliche Meinung): An dieser Stelle sei gesagt, dass ich absolut nichts dagegen habe, wenn Menschen ihre Hunde nach der BARF-Philosophie, Prey model oder wie auch immer das alles heißt ernähren. Ganz im Gegenteil: Ich denke auch, dass es sicherlich keine schlechte Ernährungsweise ist. Allerdings finde ich es sehr kritisch, wenn dieses Konzept dann als die einzige artgerechte Ernährungsweise hingestellt wird. Das führt unter Umständen sogar dazu, dass anderen Hundebesitzern vorgeworfen wird, sie wären nicht verantwortungsbewusst, wenn sie ihre Hunde zum Beispiel mit handelsüblichem Trockenfutter ernähren würden. Letztens habe ich sogar den Satz gehört: „Trockenfutter ist Tierquälerei“. Selbstverständlich – wie meistens – ohne Quellenangabe, die diese Aussage auch nur annähernd unterstützen könnte.

Zurück zum Thema: Tatsächlich ist es so, dass die meisten physiologischen Merkmale darauf hindeuten, dass Hunde Fleischfresser sind. Allerdings spricht auch vieles dafür, dass Hunde – im Gegensatz zum Wolf – ein deutlich weiteres Nahrungsspektrum haben.

 

Hunde und Beutetiere?

 

Aussagen wie „Genau wie Wölfe ernähren sich Hunde von Beutetieren“ oder „Hunde sind darauf spezialisiert, Beutetiere zu erlegen“ würde voraussetzen, dass Hunde zum Nahrungserwerb jagen. Tatsächlich zeigen wissenschaftliche Berichte aber, dass erjagte Beutetiere (je nach Region) nur einen geringen Teil des Speiseplanes von wildlebenden Hunden ausmachen.

Stattdessen zeigen die Untersuchungen, dass sich wildlebende Hunde vor allem von dem ernähren, was Menschen übrig lassen: nämlich von Müll, Nutztier-Karkassen, Ernteresten und auch menschlichen Fäkalien.

In einer Studie zu der Nahrungszusammensetzung von freilebenden Hunden in Zimbabwe zeigt zum Beispiel, dass sich die Hunde dort zu knapp einem Viertel von menschlichen Fäkalien ernähren. Ein weiteres Viertel macht der von Menschen zugefütterte Getreidebrei (sadza) sowie selbst gefundene Früchte aus. Etwa 50% der Nahrung besteht aus Aas. Allerdings handelt es sich hierbei zum Großteil um Karkassen der Nutztiere, bei dem alle vom Menschen verwertbaren Teile bereits entfernt wurden. Der Anteil der erjagten Beutetiere ist sehr gering.

Auch eine Untersuchung des Speiseplans wildlebender Hunde in Zentralindien hat ergeben, dass gerade einmal 11% der Futtermenge selbst erjagt werden. Der restliche Anteil der Nahrung setzt sich aus Ernte-Abfallprodukten, Müll und Aas von Nutzvieh zusammen.

Die Nahrungszusammensetzung freilebender Hunde im südlichen Chile entspricht mit 36% Haushaltsresten, 26% Früchten und Sämereien, 19% Nutzviehkarkassen und ca. 20% Beutetieren auch nicht unbedingt dem BARF-Konzept. Die Beutetiere setzen sich aus ca. 1/3 Insekten und 2/3 kleineren Nagern sowie Hasen zusammen.

 

Meister der Anpassung

 

Die erwähnten Studien beziehen sich vor allem auf freilebende Hunde im ländlichen Bereich. Hier zeigt sich schon, wie flexibel sich Hunde an die vorhandenen Gegebenheiten anpassen. Aber auch Streuner in Stadtgebieten sind nicht besonders wählerisch, wenn es um die Zusammensetzung ihrer Nahrung geht. Viele von ihnen leben auf Mülldeponien und bekommen ihr Futter dort täglich „frei Haus“ geliefert.

Auch Gerd Leder, Biologe und Rassenexperte, bestätigte das in einem sehr informativen Telefonat. Gerd hat wildlebende Hunde in Indien beobachtet. In den dortigen Großstädten sind Hunde dafür verantwortlich, weggeworfene, schnell verderbliche Lebensmittel zu entsorgen. Dabei handelt es sich meistens um vegetarische Dinge wie Reis und scharfe Gemüsesoßen. Auch hier macht Fleisch eher einen geringen Anteil des Speiseplanes aus.

Auch aus einem ökologischen Blickwinkel macht es Sinn, dass wildlebende Hunde eben nicht mehr hauptsächlich von Beutetieren leben. Dann würden sie nämlich die gleiche (oder zumindest eine sehr ähnliche) ökologische Nische wie der Wolf bzw. andere Canidae besetzen. Da Wölfe aber deutlich besser an das Jagen von Beutetieren angepasst sind, würde es für Hunde sehr schwierig sein, gegen diese Nahrungskonkurrenten zu bestehen.

Stattdessen haben sie sich an eine neue Umwelt angepasst und leben von dem, was Menschen übrig lassen. Somit haben sie sich eine völlig neue ökologische Nische erschlossen.

 

Genetische Anpassung

 

Neuere Studien zeigen, dass es auch genetische Anpassungen an den „neuen“ Lebensraum bzw. die damit verbundene Nahrungsumstellung gab. Im Jahr 2013 sorgte eine Studie von Erik Axelsson und seinem Team von der Universität Uppsala für Aufsehen. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Hunde deutlich mehr Kopien von verschiedenen Genen haben, die zur Stärkeverwertung benötigt werden. Unter anderen betrifft das das AMY2B-Gen, welches ein Protein mit Amylase-Aktivität kodiert und somit für die Aufspaltung von Stärke notwendig ist. Eine höhere Anzahl an Kopien dieses Gens bedeutet eine höhere Amylase-Aktivität (aber auch andere Faktoren beeinflussen die Amylase-Aktivität). Die Forscher schließen daraus auf eine Anpassung an den Lebensraum bzw. an die Ernährung des Menschen.

In einer Folgestudie konnte die Arbeitsgruppe zeigen, dass die Kopienanzahl des Gens AMY2B sowohl zwischen Rassen, aber auch innerhalb einer Rasse deutlich schwankt. Durchschnittlich haben Hunde fünfmal mehr Kopien des Gens als Wölfe. Während Wölfe ca. zwei Kopien des AMY2B-Gens besitzen, haben Hunde zehn Kopien (Spanne 1-22).

Die aktuellste Studie des Wissenschaftlerteams legt nahe, dass diese genetische Veränderung kein Resultat der ursprünglichen Domestikation, sondern eine sekundäre Anpassung an die spätere Landwirtschaft ist. Dabei haben Hunde, die aus Regionen stammen, in denen prähistorische Landwirtschaft betrieben wurde, eine deutlich höhere Anzahl an Genkopien (N = 11), als Hunde, die nicht dieser Region entstammen (N = 3) (siehe Abbildung).

aus Arendt et al. 2016: Durchschnittliche Anzahl der AMY2B-Genkopien in 10 großen geographischen Regionen. Die gestrichelten Linien markieren die ungefähre Ausdehnung der prähistorischen Landwirtschaft (nach Diamond und Bellwood, 2003). Die Farben markieren die landwirtschaftlichen (rot) bzw. die nicht-landwirtschaftlichen Regionen.

aus Arendt et al. 2016:
Durchschnittliche Anzahl der AMY2B-Genkopien in 10 großen geographischen Regionen. Die gestrichelten Linien markieren die ungefähre Ausdehnung der prähistorischen Landwirtschaft (nach Diamond und Bellwood, 2003). Die Farben markieren die landwirtschaftlichen (rot) bzw. die nicht-landwirtschaftlichen Regionen.

 

Ergebnisse anderer Arbeitsgruppen

 

Ähnliche Ergebnisse fand auch eine Arbeitsgruppe aus Kyoto und Tokio. Sie haben die Kopienanzahl des entsprechenden Gens bei Akita Inus und Shiba Inus untersucht. Beide Rassen gelten als sehr ursprünglich. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass Akitas zwar mehr Genkopien als Wölfe, aber weniger als moderne Rassen besitzen. Shibas hingegen unterscheiden sich in der Anzahl der Genausführungen nicht von modernen Rassen. Die Autoren der Publikation führen das auf die Landwirtschaftsgeschichte Japans zurück. Während der Shiba Inu aus Regionen stammt, in denen schon früh Reis angebaut wurde, kommt der Akita Inu aus Regionen, in denen der Reisanbau erst später eingeführt wurde.

Auch eine aktuelle Studie eines Wissenschaftlerteams der Harvard Universität legt nahe, dass es einen Zusammenhang zwischen Anzahl der Genkopien und der ursprünglichen Ernährung der Rasse gibt. Auch hier haben Hunde, die traditionell eine stärkereichere Nahrung erhalten (in diesem Fall waren es Pekinese und Shar Pei), eine höhere Kopienanzahl des Gens, als Hunde, deren ursprüngliche Nahrung eher weniger Stärke enthält (z.B. Sibirian Husky und Alaskan Malamute).

 

Der Hund ist kein reiner Fleischfresser!

 

Im Laufe der Domestikation hat sich der Hund an den Menschen, dessen Umgebung und somit auch der menschlichen Nahrung angepasst. Dass Hunde hauptsächlich von Beutetieren leben, ist schlichtweg eine falsche Aussage und trifft auf den allergrößten Teil der Welthundepopulation nicht zu. Lediglich für die Hunde, die in Völkern leben, in denen Fleisch der Hauptbestandteil der Nahrung ist, steht Fleisch regelmäßig auf dem Speiseplan. Allerdings gibt es global betrachtet deutlich mehr Hunde, die überwiegend von dem leben, was Menschen übrig lassen. Die Beobachtungen und Studien an wildlebenden Hunden deuten drauf hin, dass Hunde – im Gegensatz zum Wolf – keine reinen Fleischfresser mehr sind und als Anpassung an die menschliche Umwelt ein wesentlich weiteres Nahrungsspektrum nutzen können.

 

Mein Fazit (persönliche Meinung!)

 

Ich denke, solange die Ernährung abwechslungsreich ist, sollte jeder füttern, was er für richtig hält und womit es seinem Hund gut geht. Wenn man sich mit BARF am wohlsten fühlt, bitte schön. Wenn der Hund stinknormales Trockenfutter bekommt und es gut verträgt, wird er vermutlich auch nicht dran sterben. Ebenso wenig wie an Essensresten und Küchenabfällen. Meiner Meinung nach sind aber bei der Hundeernährung irgendwelche Dogmen wenig angebracht (und das in jede Richtung). Ich persönlich halte es folgendermaßen: Mal gibt’s Rohfleisch, Innereien oder Knochen, mal Essensreste, mal Billig-Trockenfutter, mal etwas Hochwertigeres. Dabei erstelle ich für meine Hunde genauso wenig einen Ernährungsplan, wie ich es für mich tue.

Da dieser Artikel zahlreiche Diskussion ausgelöst hat, habe ich die häufigsten Argumente hier nochmal genauer beleuchtet:

Hunde sind Fleischfresser, weil…oder doch nicht?

 


Ich danke Gerd Leder für das interessante und sehr informative Gespräch!

 

Beitrag aus Sicht eines Tierarztes:

http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=19154

http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=19301


 

Referenzen:

Arendt, M., Fall, T., Lindblad‐Toh, K., & Axelsson, E. (2014). Amylase activity is associated with AMY2B copy numbers in dog: implications for dog domestication, diet and diabetes. Animal genetics, 45(5), 716-722.

Arendt, M., Cairns, K. M., Ballard, J. W. O., Savolainen, P., & Axelsson, E. (2016). Diet adaptation in dog reflects spread of prehistoric agriculture. Heredity.

Axelsson, E., Ratnakumar, A., Arendt, M. L., Maqbool, K., Webster, M. T., Perloski, M., … & Lindblad-Toh, K. (2013). The genomic signature of dog domestication reveals adaptation to a starch-rich diet. Nature, 495(7441), 360-364.

Brown, W., (2016) Dietary study of free-ranging dogs in rural Zimbabwe. Konferenzbeitrag, Canine Science Forum 2016, Padua

Coppinger, R., & Coppinger, L. (2016). What is a Dog?. University of Chicago Press.

Reiter, T., Jagoda, E., & Capellini, T. D. (2016). Dietary Variation and Evolution of Gene Copy Number among Dog Breeds. PloS one, 11(2), e0148899.

SILVA‐RODRÍGUEZ, E. A., ORTEGA‐SOLÍS, G. R., & Jimenez, J. E. (2010). Conservation and ecological implications of the use of space by chilla foxes and free‐ranging dogs in a human‐dominated landscape in southern Chile. Austral Ecology, 35(7), 765-777.

Tonoike, A., Hori, Y., Inoue‐Murayama, M., Konno, A., Fujita, K., Miyado, M., … & Kikusui, T. (2015). Copy number variations in the amylase gene (AMY2B) in Japanese native dog breeds. Animal Genetics, 46(5), 580-583.

Vanak, A. T., & Gompper, M. E. (2009). Dietary niche separation between sympatric free-ranging domestic dogs and Indian foxes in central India. Journal of Mammalogy, 90(5), 1058-1065.

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46 Kommentare

  1. Unser Hund wurde mit hochwertigen Trofu und Nassfutter gefüttert. Er machte 5-6 Große Haufen am Tag. Mit der Zeit bekam er stumpfes Fell, und dann kahle Stellen. Zusätzlich magerte er von 16kg auf 10kg ab. Verzweifelt und ohne große Hoffnung auf Besserung fingen wir an zu Barfen. 70% rohes Fleisch und 20% Gemüse 10% Obs, dazu verschiedene Öle. Schon nach ein paar Tagen trat eine Besserung ein. Die kahlen Stellen schlossen sich das Felll bekam Glanz und der Hund machte nur noch 1 Haufen pro Tag. Er nahm zu und ist bis heute gesund. Also ich brauche keine wissenschaftliche Beweisführung! Mein Hund ist mir Beweis genug.

  2. Die Erfahrung von 4 gebarften Hunden (3 aus dem Tierschutz in elendem Zustand bzw. mit diversen Allergien mit toller Genesung nach der Futterumstellung auf BARF), sagen mir zumindest, dass BARF auch nicht ungesund ist – ev. gibt es dazu keine Langzeitstudien dazu genausowenig wie zu ausschließlich veganer Ernährung von Hunden – aber aus eigener Erfahrung würde ich definitiv eine „natürliche“ Ernährung positiv sehen. Wenn man der logischerweise und systembedingt auf Gewinn getrimmten Fertigfutter (und damit meine ich auch Menschenfutter) Industrie, allerdings ernsthaft glauben will, dass nicht gemogelt wird, dann hat man wohl einige Skandale der letzten Jahre nicht mitbekommen. Und natürlich frisst der Hund natürlicherweise Fleisch, auch Gemüse und dank Anpassung und robustem Verdauungssystem stirbt er auch nicht an dem Dreck, der ihm mit Industriefutter verabreicht wird, aber das ist ungefähr so, als wenn man behaupten würde, nur weil man an Pizza und Burgern und Fertiggerichten nicht gleich stirbt, würde man sich gesund ernähren. Und was die Tierärzte angeht, sollte man im Hinterkopf haben, dass viele auch Fertigfutter verkaufen. Bitte nicht zu blauäugig sein. Hunde gehören zu den Carnivoren – das wollen die aufgeführten Literaturquellen jetzt widerlegen ? Und es gibt keine Langzeitstudien dazu, dass BARFEN gesünder ist ? Das wird sich ändern, wenn die Futterindustrie auf den Zug aufgesprungen ist und teures FERTIG BARF in noch größerem Mass anbietet – bisher lohnt es sich eben eher , „Studien“ zu finanzieren, die industrielles Trockenfutter positiv bewerten. Aber wenn man mal einen kranken Hund mit natürlicher Ernährung aufgepäppelt hat, erlebt hat , dass er nicht mehr stinkt, ausgeglichener und weniger nervös wird, die reduzierte Kotmenge (was wird verarbeitet) und die Beschaffenheit des Kots während dieser Entwicklung gesehen hat , der wird sich wundern, dass nach Langzeitstudien gefragt wird dafür, dass ein Hund der zum grössten Teil mit Fleisch,Innereien,Knochen und Gemüse ernährt wird, sehr gesund ernährt wird.

  3. Pingback: Warum sind Wölfe keine guten Hunde? – KynoLogisch

  4. Karin Kirchgessner

    Liebe Marie,
    Bei manchen Kommentaren hier habe ich tatsächlich Mitgefühl mit dir. Aber wenn du auch mit Wissenschaft über eine Neuzeitreligion schreibst, bleiben wohl Reaktion der Akolyten nicht aus. Kaum ein Gebiet, auf dem es weniger Experten gibt und natürlich ne Unverschämtheit, dass sich die freilebenden Hunde einfach nicht an ihren Fleischfresserstatus halten und sich auch die Hirtenhunde weigern, frühzeitig an ihrer Kost zu verenden. Bezeichnend auch, dass sich Menschen (bei unserem letzten Treffen in Berlin) echauffierten, weil meine Hunde Pommes aßen – dass es 50 Menschen drumrum auch taten war unspannend… aber die Sonne scheint gerade und ich gehe mit den Hunden Eis essen. Vanille mögen sie besonders! Liebe Grüße! Karin

  5. Pingback: Sind Hunde Fleischfresser - Fellkinder

  6. Hallo Marie, ich habe Ihren Artikel mit Interesse gelesen und finde ihr Fazit logisch. Die Flexibiltät in Ernährungsfragen hat den Hund weit gebracht und besonders in Hinblick auf Fragen der Welternährung und des Tierschutzes sehe ich diese Eigenschaft sehr positiv. Ich liebe Hunde, aber nicht nur. Vielleicht mit Ausnahme einiger Jäger und sehr wohlhabender Leute, können die meisten Menschen eine extrem fleischlastige Ernährung nur deshalb praktizieren, weil es die Massentierhaltung gibt, mit allen bekannten Nachteilen für die Umwelt und die betroffenen Tiere. Diesbezügliche Veränderungen werden angedacht und sind politisch durchaus gewünscht. Das würde gutes Fleisch langfristig weniger leicht verfügbar und / oder einfach teurer machen. Die gute Nachricht ist für mich, unsere Hunde würdens überleben ;-). Ganz nebenbei finde ich erstaunlich, wie sehr die Ernährungsfrage die Gemüter erhitzt. Ich war mal auf einem Seminar, da flogen die Fetzen, weil sich einige Teilnehmer und der Dozent ausgerechnet die Ernährung als Pausengespräch ausgesucht hatten. Mutig!

  7. Hallo, vielen Dank für den sehr interessanten Beitrag! Bei einigen Kommentaren frage ich mich, ob die Leser überhaupt verstanden haben was Sie da kommentieren…

  8. Herzlichen Dank für diese gute Zusammenfassung der Literatursituation! Als promovierte Biologin mit einem Schwerpunkt in Physiologie und Immunologie macht es mich jedes Mal verrückt, wenn die Leute ihr Schulwissen über Gebissformen und die Länge des Verdauungstraktes auspacken. Es würde doch auch keiner auf die Idee kommen, sich als Physiker oder Chemiker aufzuspielen, weil er es in der Schule hatte! Leider ist das in biologischen und medizinischen Fragestellungen häufig anders. Es werden durchaus solide Studien durchgeführt, die auch nicht von der Futtermittelindustrie finanziert werden. Der gewöhnliche Wissenschaftler ist nämlich durchaus an echten Ergebnissen interessiert und nicht zwangsläufig käuflich! Dafür empfehle ich die einschlägigen Fachzeitschriften – die häufig von Laien abgelehnt werden, weil englischsprachig…
    Alles in allem hat die Autorin einen guten Überblick gegeben, eine abwechslungsreiche Ernährung kreuz und quer über alle Angebote ist aus meiner Sicht für einen gewöhnlichen Hund die beste Wahl. Es gibt einige wenige Ausnahmen bedingt durch Rassespezifitäten. Dies meint aber nicht die Ernährungsprobleme, die insbesondere überzüchtete Rassen gern aufweisen (bspw. vermehrt auftretende Verdauungsstörungen bei Golden Retrievern oder Showlinien der Border Collies).
    Mein eigener Mischlingshund hat sich kreuz und quer durch das gesamte Angebot gefressen und ist fast 18 Jahre alt geworden.
    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

  9. Gibt es denn überhaupt eine Langzeitstutie, die diese Aussagen belegen, wie viel Getreiteanteil der Hund wirklich verträgt. Das Gebiss steht für einen Fleischfresser und der Darm kurz, steht dafür das eine Vorverarbeitung stangefunden haben muss, um Getreiteanteil zu verarbeiten.
    Hinter der oben genannten Futterindustrie steht einer der größten Hersteller von Menschlicher Ernährung, die natürlich, was hier nicht mehr verwehrtet wird, muss teuer entsorgt werden. Was liegt nah dies gut verpackt ins Hundefutter zu geben. Und noch hohen Gewinn damit rein kommt Richtig ist auch das die Hunde entweder Milch oder Kraftbrühen früher bekommen haben, was ist hier drin, Eiweiß und Fett. Es ist schon erstaunlich, wenn eine Umstellung beim Hund stattfindet, wo ein höherer Fleisch/Fettanteil enthalten ist, diese Hunde activer werden. Dies sind leider nur Beobachtung von den Besitzern und von den Tierärzten (die sich kritisch, mit Ernährung auseinandersetzen). Ob es zu diesen Thema je eine Stutie von Seiten der Industrie
    kommt Nur weil ein Gen gefunden ist, sagt es nichts aus wieviel Getreide der Hund wirklich verträgt.
    Theorie ist nicht gleich Praxis

    • Nein, Langzeitstudien gibt es nicht. Weder darüber, wie gesund oder ungesund Getreide ist, noch darüber, wie gesund oder ungesund barfen ist. Also ist weder das eine noch das andere klar. Nichtsdestotrotz legen sämtliche zitierte Studien nah, dass Hunde eben keine reinen Fleischfresser mehr sind.

      Auf welche „genannte Futterindustrie“ beziehen Sie sich?

      Auf die anderen Punkte gehe ich in einem neuen Beitrag genauer ein:
      http://hundeprofil.de/hunde-sind-fleischfresser-weiloder-doch-nicht/

  10. Ich stimme zu, ein frei lebender Hund ist ein Opportunist und frisst das, was für ihn am einfachsten zu haben ist. Aber nur weil er das tut, heißt es doch nicht automatisch, dass es auch gesund und ursprünglich so von der Natur vorgesehen war? Auch ein Mensch kann jeden Tag Fast-Food essen und wird nicht spontan sterben, aber bis auf wenige robuste Ausnahmen wird er sicher einen anderen Gesundheitszustand haben, als jemand, der sich ausgewogen ernährt. Daher wäre es für mich interessanter zu erfahren, was ein Hund aus Expertensicht idealerweise fressen sollte als das, was er augenscheinlich verträgt.

    • Naja, diese Hunde leben ja „freiwillig“ in dieser ökologischen Nische. Wenn die Bedingungen nicht geeignet wären, würden sie abwandern und es würde keine stabile Populationen geben. Soweit ich weiß, sind die Populationen aber ziemlich stabil. Wenn es ökologisch für sie mehr Sinn machen würde, zu jagen, dann würden sie jagen. Tun sie aber nicht. Und das scheint bei den allermeisten Populationen auf der Welt der Fall zu sein.
      Was ein Hund idealerweise fressen sollte, weiß ich nicht. Trotz langer Suche, sind mir keine Publikationen untergekommen, die Gesundheitszustand und Lebenserwartung bei verschiedenen Ernährungsweisen verglichen haben.

      • Hallo Marie,

        aber genau DAS ist der Punkt. Eine neutrale und unabhängige Forschung hierzu könnte tiefe Gräben zuschütten und für Klarheit sorgen. Eigentlich und „von außen“ betrachtet ist das sehr unverständlich, wo doch in unseren Breitengraden alle das Beste für ihr Tier wollen. Ich drücke mich jetzt mal sehr vorsichtig aus: alleine die Tatsache dass es offenbar keine öffentlichen Forschungsergebnisse hierzu zu geben scheint, könnte ein Indiz dafür sein, dass solche Forschungen u.U. auch gar nicht erwünscht sind. Nur so ein Gedanke, gaaanz vorsichtig formuliert und garantiert wissenschaftlich nicht zu belegen :-)

        LG Wolfhart

        • Hallo Wolfhart,
          Hm. Ich denke gar nicht unbedingt, dass es nicht erwünscht ist. Ich denke eher, dass es im Forschungsbetrieb niemanden ausreichend interessiert. Eine vernünftige Durchführung wäre nämlich wahnsinnig zeit- und kostenintensiv – wenn man es richtig machen wollte.

          Ich plane mit einer Kollegin einen Fragebogen zu entwerfen, der Fütterungsgewohnheiten, Gesundheitszustand, Lebenserwartung usw. erfasst. Das wäre zwar nur ein dürftiger Anfang, aber immerhin etwas. Und ich bezweifle tatsächlich stark, dass es dabei irgendwelche Unterschiede zwischen den Gruppen gibt (schon allein, weil TroFu nicht gleich TroFu und Barf nicht gleich Barf ist). Die Faktoren, die man dabei noch zusätzlich beachten müsste, sind nahezu unendlich.

          Aber wie immer, lasse ich mich da gern eines Besseren belehren :)

          Liebe Grüße,
          Marie

          • An dieser Stelle würde ich gerne noch einmal nachhaken.

            Ich selber würde mich tendenziell dem Pragmatismus als zugewandt bezeichnen. Selber gemachte praktische Erfahrungen würde ich im Zweifelsfalle auch schon mal höher bewerten als das theoretische Wissen – allerdings auch im Bewusstsein, dass es sich dabei durchaus um eine Ausnahme handeln könnte. Laut brüllen und behaupten das ich im Recht bin und alle anderen sind dumm, ist daher nicht so mein Ding.

            Ich könnte mir vorstellen, dass ein von Dir beschriebener Fragebogen ein erster Schritt in diese Richtung sein könnte. Aber abgesehen von unzähligen Faktoren rund um die Zusammensetzung des Futters über den allgemeinen Gesundheitszustand des Tieres gibt es auch noch den Faktor Mensch, der diesen Fragebogen vielleicht nicht immer – na sagen wir mal – optimal ausfüllen wird. Ich bin mir nicht sicher ob das zielführend wäre – man merkt schon, Pragmatismus macht sich breit, leider aber gepaart mit völliger Unkenntnis in Richtung Wissenschaft, bzw. wissenschaftlicher Arbeitsweise.

            Ich hätte einen Vorschlag zu einem Ansatz in diese Richtung und wüsste gerne ob das aus wissenschaftlicher Sicht völliger Unsinn ist (das darf gerne dann auch ausdrücklich so benannt werden, ich bin ja schon groß und erwachsen) oder ob das ein denkbarer Schritt in die richtige Richtung sein könnte.

            Wir nehmen also mehrere Gruppen von Hunden. Gruppe A, B, C und D. Jede Gruppe erhält über den Zeitraum X immer dasselbe Futter. Also Gruppe A z.B. bekommt TroFu der Marke XY über einen Zeitraum von 6 Monaten, Gruppe B über den gleichen Zeitraum TroFu einer anderen Marke und Gruppe C bekommt Barf und D wird bekocht. Alle Hunde werden in diesem Zeitraum regelmäßig medizinisch überwacht und untersucht. Zusätzlich könnte man sicher noch Tests zum Verhalten durchführen, etc. Nach Zeitraum X bekommt jede Gruppe ein anderes Futter – das macht man bis alle Gruppen die verschiedenen Futtersorten durch haben.

            Sicher würde man hierbei keine gesicherten Erkenntnisse über die allgemeine Lebenserwartung gewinnen. Aber bestimmte Rückschlüsse kann ich mir vorstellen.

            Der Hintergrund zu meiner Idee: unser Rüde ist 2014 an Babesiose erkrankt. Da wir nicht im Süden wohnen und die Symptome auch nicht auf diese Krankheit deuteten, tappten wir sehr lange Zeit im Dunkeln. Auffällig waren die Nierenwerte mit zum Teil nicht mehr messbaren Ergebnissen und natürlich der immer schlechter werdende Allgemeinzustand des Hundes. Durch die zwischenzeitige Umstellung der Fütterung von TroFu auf selber gekochte Nierendiät hatten sich sowohl das Blutbild wie auch der Allgemeinzustand des Hundes erheblich verbessert. Das war natürlich fatal, da es über die eigentliche Erkrankung hinwegtäuschte und dieser noch mehr Zeit verschaffte sich im Körper auszubreiten. Dank der unermüdlichen Suche unserer Tierärzte haben wir aber in letzter Sekunde die Kurve bekommen.

            Über diesen gesamten Zeitraum habe ich alle Nierenwerte aller Blutuntersuchungen in einer Tabelle erfasst und eine Grafik dazu erstellt um auch optisch sofort die Veränderungen sehen zu können. Die Untersuchungen fanden teilweise im Abstand von 2 bis 3 Tagen statt. Dass sich schlechte Nierenwerte bei Gabe von Nierendiätfutter verändern, versteht sich von selber. Ich könnte mir aber vorstellen, dass solche Veränderungen auch sichtbar werden bei verschiedenen Arten der Fütterung.

            So, ich habe fertig. Rede ich Unsinn oder könnte man aus wissenschaftlicher Sicht damit etwas anfangen? Mal abgesehen von den Kosten…

            LG Wolfhart

          • Lieber Wolfhart,
            entschuldige bitte, dass ich erst jetzt antworte (bei mir ist grad ziemlich viel los).

            Deine Idee wäre sicher ein Anfang. Allerdings müsste man dann erstmal die Frage stellen, welches TroFu das „Richtige“ ist. Da es da ja extreme Unterschiede in der Zusammensetzung gibt, ist es schwierig, es auf ein TroFu reduzieren. Selbiges gilt auch fürs BARF oder Kochen. Je nachdem, welche Zutaten man einbezieht bzw. welche man weglässt, können die Ergebnisse vermutlich total unterschiedlich ausfallen (ist zum Beispiel Getreide dabei oder nicht, welche Innereien füttert man, wie hoch ist der Knochenanteil und welche Knochen füttert man, gibt es Supplementierungen usw. usf.).
            Außerdem könnte dabei auch der Faktor des Wechselns eine Rolle spielen. Also unter Umständen könnte es zum Beispiel für den Organismus schwieriger sein, von TroFu auf BARF zu Wechseln (oder umgekehrt) – das würde dann die Daten natürlich auch beeinflussen.
            Also ich halte das alles für ziemlich kompliziert und echt schwierig umsetzbar. Nichtsdestotrotz würde ich mir sehr wünschen, dass das mal irgendwer macht.

            Ich war mal in der „Testzentrale“ von Mars Petcare (die machen u.a. Royal Canin, Pedigree und Frolic). Dort halten sie ganz viele verschiedene Hunde und geben denen zu Testzwecken die unterschiedlichsten Produkte zu futtern. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde eine Gruppe auch gebarft. Denen geht es hauptsächlich um die Futterakzeptanz, aber sie nehmen auch physiologische Daten auf. Also haben die vielleicht relevante Werte für so eine Studie. Allerdings werden sie die wohl kaum rausgeben 😀

            Viele Grüße,
            Marie

  11. Christiane Wiesinger

    Hmmm … da wird wieder mal die ganze Welt herangezogen, um zu beweisen, dass der europäische Hund kein Fleischfresser ist ^^

    Ich habe es einfach mal ausprobiert … Verhaltensbiologie light 😉

    In einen Napf Fleisch … in den anderen Napf Trofu, Nafu, Essensreste …

    Das Votum meines Hundes war eindeutig …

    FLEISCH …

    Aber vermutlich ist der gemeine deutsche Jagdhund nicht geeignet für derartige Studien 😉

    • Es ging in keiner einzigen Studie um die Futterpräferenz von Hunden, deswegen bin ich mir gerade nicht so sicher, was Sie mitteilen möchten? Das eine hat mit dem anderen relativ wenig zu tun.

      Abgesehen davon kommt es selbstverständlich zu großen Teilen auf die Futter“prägung“ bzw. -gewöhnung an. Als ich anfing, meiner Hündin Fleisch zu füttern, hat sie mich die ersten Mal ziemlich angewidert angeschaut, bis sie bemerkt hat, dass man das durchaus fressen kann. Auch heute frisst sie zum Beispiel Hühnerfleisch sehr widerwillig und würde sich immer dagegen entscheiden, wenn es etwas anderes gibt. Daraus kann ich doch aber nicht schlussfolgern, dass Hunde generell kein Hühnerfleisch fressen, sondern höchstens, dass es ihr nicht schmeckt.

      Etwas „beweisen“ zu wollen liegt mir im Übrigen fern. Das geht mit empirischen Studien nämlich gar nicht. Ich möchte allenfalls den Blick etwas öffnen, weil mir dieses ewige „es gibt nur diese eine Methode und alles andere ist falsch“-Mentalität in der Hundewelt ziemlich gegen den Strich geht. Erst recht, wenn sie keine wirklich wissenschaftliche Grundlage hat.

      • Meine Hunde kennen alle Arten der Fütterung. Sie ziehen gebratenes Fleisch rohem vor, sie ziehen allen gegenüber ein Butterbrot vor.
        Butterbrot kommt noch vor Käse. Butterbrot wird immer bevorzugt.
        Sie lieben Butterbrot.
        Ja, sogar noch vor Leberwurstbrot (tatsächlich hat mich das überrascht)!

        Ich habe zwei Shibas, und obwohl sie Urhunde sind, verfügens ie über die gleiche Anzahl von Genkopien zur Amylasebildung wie modernere Rassen.

        Dafür vertragen sie aber auch Milchprodukte und das obwohl es die in Japan nicht so gab/gibt wie bei uns. Kurios. Nicht.

        Sie vertragen es auch wunderbar. Sie vertragen eigentlich alles (bis auf Zwiebelgewächse, ja auch Kleinstmengen!).

        Ich behaupte frech (nee, eigentlich ist es erwiesen), dass diese Hunde ursprünglicher und wolfsähnlicher sind als alle anderen Hunderassen. 😉

  12. Ramses Pyramiedenverleih

    Schuster bleib bei deinen Leisten. Es bringt nichts wenn eine Verhaltensbiologin versucht etwas über die Ernährung des Hundes zu schreiben. Ist wohl so als wenn ein Betonbauer was über die Mondlandung erzählt.
    Es sind verschiedene Studien zitiert, welchen teilweise bereits Forschungsfehler nachgewiesen wurden sind und widerlegt wurden sind. Nur mal zur Anatomie des Hundes: Er hat einen viel zu kurzen Darm und einen anderen Stoffwechsel als Allesfresser.
    Pflanzen kann ein Hund nun mal nicht verdauen und futtert daher vorverdautes wie Hasenknoddel oder Pferdeäpfel etc.
    Wenn Sie wenigstens mal das (leider vergriffene) Buch von Kammerer gelesen hätten (Der Jahrtausendirrtum der Veterinärmedizin) wäre der Bericht, welcher aus meiner nur Aufmerksamkeit ziehen soll, ein anderer.
    Meine Meinung.

  13. Ich habe 15 Jahre in Indonesien gelebt. Ja, die Hunde dort fressen die spärlichen Überreste menschlicher Nahrung, Reisbrei, Chilli und Fäkalien. Aber nur, weil sie nichts anderes zur Verfügung haben!
    Sie jagen nicht, weil sie ausgelaugt und krank sind. Weil sie keine Energie haben, weil es kein Wild gibt und sie lieber den Müll fressen vom Restaurant nebenan, um Kräfte zu sparen!

    Die durchschn. Lebenserwartung von echten Strassenhunden liegt bei 4 (!) Jahren!
    Alle Hunde, die ich aufgepäppelt und mit Fleisch gefüttert habe, kamen zu Kräften, wurden gesund und uralt, bis 16 Jahre!

    Ja, Hunde können Stärke etwas besser verdauen als Wölfe, aber verwerten kann es ihr Körper deswegen noch lange nicht! Und das ist der entscheidende Punkt, den Futtermittelhersteller gerne totschweigen!

    Wir Menschen können auch Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder Schnaps verdauen, aber ist das deswegen gut für uns?

    Liebe Leute, hört auf Euch blenden zu lassen! Hunde brauchen Fleisch um gesund zu bleiben und alt zu werden. Ihr gesamtes Verdauungssystem ist darauf ausgelegt, auch wenn die Futtermittelhersteller das nicht hören wollen!

    • Selbst wenn es kein Wild gibt, gibt es sicherlich genügend Ratten, die sie jagen könnten. Wenn es eben Sinn machen würde. Offensichtlich macht es ökologisch aber mehr Sinn, den Müll der Restaurants in der Nachbarschaft zu fressen. Wäre es nicht so, würde es diese Hunde in diesem Lebensraum nicht geben.

      Auf welche Quelle bezieht sich die mittlere Lebenserwartung von 4 Jahren?
      Im Übrigen ist es so, dass die meisten Wildtiere (z.B. Zootiere) in menschlicher Obhut älter werden als in der Wildnis. Das ist völlig normal, weil die Lebensumstände natürlich deutlich einfacher sind. Mal ganz abgesehen von der medizinischen Versorgung.

      Ich weiß nicht so richtig, was mein Artikel mit der Futtermittelindustrie zu tun hat?

      „Hunde brauchen Fleisch um gesund zu bleiben und alt zu werden.“ Sie können mir doch sicherlich unzählige Quellen nennen, die diese Aussage bestätigen. Ich habe bis jetzt nämlich leider keine gefunden.

    • Mein erster Hund ist ohne Fleisch gefüttert 17 Jahre alt geworden und war bis zur letzten Lebenswoche gesund und ohne je nur eine tierärztliche Behandlung. Er ernährte sich aus Abfällen aus der landw. Nutztierhaltung.

  14. Hunde sind omnivore Carnivore, also allesfressende Fleischfresser. Dazu kommt das Hunde Opportunisten sind, die alles fressen was fressbar ist und das möglichst sofort, weil sie im hier und jetzt leben und nicht an morgen denken (im Umkehrschluss: friss heute du weißt nicht wann es wieder etwas gibt). Was hier nicht schlüssig ist, die angegebenen Hundepopulationen haben in ihrer Umwelt gar nicht ausreichend Wild zur Verfügung was sie jagen könnten und müssen von dem Leben was sie finden bzw. der Mensch ihnen gibt/Übrige lässt. Allein schon das Gebiss der heutigen Hunde zeigt nach wie vor den Fleischfresser. Herbivore haben ein anderes Gebiss. Die Frage bleibt demnach zu welchen Anteilen man was füttern sollte. Haushaltsabfälle ist sicher auch der falsche Begriff, besser wäre ‚was vom Tisch übrig bleibt‘. Einen Getreideanteil von >50% halte ich für kritisch (die meisten Trockenfutter haben >80%). Unsere Hunde bekommen ca. 70% Rohfleisch und 30% alles mögliche. Auch das ist nicht akademisch, sondern im groben Mittel.

    • Ich bin mir relativ sicher, dass Hunde sich auch in der Stadt ausreichend von Ratten, Kaninchen oder ähnlichem ernähren könnten, wenn sie wollten. Katzen schaffen das ja auch. Nur ist das eben mühsamer (dazu gibt es in dem neuen Buch von Coppinger eine schöne Gegenüberstellung). Ökologisch macht es für sie also offensichtlich mehr Sinn, nicht selbst zu jagen, sondern die Nahrung zu nutzen, die eh da ist. Wenn die Hunde nicht mit dem Nahrungsangebot klar kommen würden, wären sie nicht so zahlreich rund um die Welt verteilt. Das ist ihre ökologische Nische.

  15. Viele Dank für den interessanten Artikel. Erschreckend finde ich, dass viel Halter aus den Augen verlieren, was das Beste für ihre Hunde ist. Hier in dem Artikel geht es ja vorrangig darum, wovon die Hunde sich ernähren – nicht darum, ob sie damit einen optimalen Gesundheits- und Ernährungszustand erreichen oder besonders lange leben. Auch das Argument, dass Hunde und Wölfe sich durch die Jagd ernähren würden steht nicht im Zusammenhang damit. Kaum ein Mensch würde sich heutzutagen so ernähren wie vor tausenden von Jahren, noch wäre das besonders ratsam.
    Wichtig für meinen Hund ist es mir, dass er das Futter – wie schon im Fazit betont – gut verträgt, mag und vor allem damit gesund ist und bleibt. Dabei sollte man den Hauptaugenmerk auf die Qualität des Futters legen, damit der Hund nicht übermässig mit Giftstoffen oder schädlichen Substanzen inklusive Gewürzen und Geschmacksverstärkern in Kontakt kommt. Wie man selber das als Halter gewährleistet, bleibt doch jedem selber überlassen und sollte auch jeder jedem zugestehen. Ratschläge und Austausch von Erfahrungen werden von meiner Seite generell begrüsst.

    • Also bei einem Urlaub in Indien sah ich viele solche Hunde die sich von Fäkalien und oder von den Abfällen ernährten die auf der Straße lagen. Sie sind alle am leben gewesen und davon nicht tot umgefallen, sie sahen allerdings auch nicht gut und gesund aus.

  16. Mich würde interessieren, wie die durchschnittliche Lebenserwartung der Strassenhunde ist.

  17. Und weil freilebende Hunde in der dritten Welt Fäkalien fressen, soll ich beruhigt IndustrieFutter füttern?

  18. Danke für den schönen Beitrag. Mich würde interessieren, ob es auch ernstzunehmende wissenschaftliche Studien zur rein vegetarischen Ernährung von Hunden gibt? Ich begene immer öfter der Meinung, man könnte seinen Hund auch vegetarisch gesund ernähren, mein Gefühl sagt „Nein-nicht artgerecht“; nun würde mich interessieren, ob es da einen aktuellen wissenschaftlichen Standpunkt gibt?
    Besten Dank, Jenny

    • Hallo Jenny,
      meines Wissens gibt es wenige Studien, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Die, die ich dazu gelesen habe, zeigen zumindest nicht, dass es schädlich wäre. Allerdings kenne ich keine Langzeitstudien dazu. Und ich hab mich auch noch nicht genug in das Thema eingelesen, um einen wirklich fundierten Überblick zu haben (deswegen habe ich mich in diesem Artikel auch noch nicht darüber geäußert). Ich bleib aber dran und ein Beitrag dazu ist in Planung…kann aber noch eine Weile dauern 😉
      Viele Grüße,
      Marie

      • im Gegensatz zur komplett veganen Hundeernährung hat eine vegetarische oder überwiegend vegetarische Fütterung in vielen Teilen der Erde Tradition. Das Hauptfutter vieler Hunde, die in verschiedenen landwirtschaftlichen Systemen eingebunden sind, besteht aus Brei. Dieser wird in Russland oft aus Buchweizen (russ. „Kascha“), in der Türkei aus Gerstenmehl, In Nordafrika aus Hirse und in Indien aus Reis hergestellt, indem man ihn kurz mit Molke aufkocht, oder mit kochendem Wasserüberbrüht. Je nach Verfügbarkeit werden verschiedene Milchprodukte eingerührt. Auch in Deutschland war das Hauptfutter für arbeitende Hütehunde bis vor ca 40 jahren der Haferschrotbrei

        • Traditionen haben nichts mit gesunder Lebensweise zu tun. in einer Zeit in der Menschund Tier sovielen Umweltgiften ausgesetzt sind ist es durchaus sinnvoll auf eine ausgewogene gesunde Ernährung zu achten. Also macht es schon Sinn meinen Hund so zu ernähren das er lange gesund bleibt. Was ist denn mit den Studien die belegen das ein zuviel an Kohlehydraten zu Bauchspeicheldrüsen Problemen führt, oder zu Reizdarm, oder zu schweren Allergien?? Der hund ist immer noch ein hund und kein Hamster, und wer seinen Hund GESUND ernähren will füttert bitte zum Großteil FLEISCH. Und nicht Getreidebrei.

          • Ich persönlich kenne keine einzige Studie, die zeigt, dass Hunde, die zum Großteil mit Fleisch gefüttert werden, gesünder sind als andere. Aber ich lasse mich da natürlich gerne eines besseren belehren. Hast du Referenzen dazu?

    • Dazu braucht man doch keine Studien. Bitte verzeih Jenny, wenn ich sehr erstaunt über ihre Fragen bin. Aber haben sie schon einmal das Gebiss ihres Hundes gesehen? Jeder der behaupten man kann einen Hund vegan ernähren und das tut betreibt Tierquälerei!! Anhand des gebissen kann man doch erkennen, dass der Hund keine Mahlzäne (Backenzähne) hat. Auch schlingt ein Hund seine Nahrung. All das ist ein eindeutiger Beweis, dass der Hund zumindest überwiegend sich von Fleisch ernährt. Von uns Menschen kann man behaupten, das man ein ein Allesfresser sind. Wir haben Schneide und Mahlzähne. Hunde nicht. Domestizierung hin oder her, der Hund stammt vom Wolf ab und das Gebiss ist dem Wolf ähnlich, also auch seine Nahrung. Natürlich verträgt der Hund mehr Alternativnahrung als der Wolf, das kommt einfach von den tausenden von Jahren die sie bei uns Menschen gelebt haben. Quäle bitte dein Tier nicht indem du ihn vegan ernährst. Hunde können, genauso wenig wie wir Menschen, Pflanzenzellen aufspalten. Nur haben wir den Vorteil Mahlzähne zu haben. Hunde haben diese nicht. Deswegen hauen Barfer auch ihr Grünzeug in den Mixer.

      • Naja, so einfach ist die Sache nicht. Auch andere Allesfresser haben ein Gebiss, dass eher nach Fleischfresser aussieht. Bären zum Beispiel. Auch das Gebiss eines Pandabären, der sich ja bekanntlich hauptsächlich von Bambus, ähnelt dem eines Wolfes eher als dem eine Menschen oder der meisten Herbivoren.

    • Man füttert Pferde, die ebenso lange schon mut dem Menschen leben wie Hunde, nicht mit Fleisch, weil sie Vegetarier sind. Wie kommt man auf die Idee einen Fleischfresser vegetarisch zu ernähren? Da gibt einem doch der gesunde Menschenverstand schon eine klare Antwort!

    • Also unsere Tierärztin sagte, dass sogar eine vegane Ernährung(es gibt auch spezielles Futter) absolut kein Problem ist. Man muss ein paar Dinge beachten, wie bei Menschen auch. Laut Guinness Buch der Rekorde war auch der älteste Hund der Welt mit 27 Jahren ein “Veganer“ 😀 Google doch einfach mal 😉

      • Pusuke, ein Shiba.Mischling ist mit Mischfütterung ebenso alt geworden. Das sagt nichts aus.

        Alter hat sehr viel mehr mit den Genen und den Lebensumständen zu tun.

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