Häufigkeit von Futterallergien

Darüber, wie häufig Futterallergien bei Hunden generell vorkommen, gibt es leider kaum zuverlässigen Zahlen. Die Angaben schwanken je nach Studie zwischen knapp 2 und 62 %. Zum einen liegt das daran, dass es keine einheitlichen, vergleichbaren Studien und zudem unterschiedliche Terminologien gibt. In diesem Beitrag richte ich mich nach der Terminologie von Verlinden et al. 2006:

Demnach wird zwischen immunologischen und nicht-immunologischen Futterunverträglichkeiten unterschieden. Eine Futtermittelallergie (oder auch -hypersensitivität) beschreibt alle immunologischen Reaktionen, die auf eine Futteraufnahme folgen. Nicht-immunologische Futtermittelunverträglichkeiten werden als Futtermittelintoleranz beschrieben und umfassen Futtermittelüberempfindlichkeit, Futtermitteltoxizität und Futtermittelvergiftungen sowie anaphylaktische, pharmakologische und metabolische Reaktionen auf Futtermittel (Definitionen siehe Infobox).


Futtermittelüberempfindlichkeit Futtermitteltoxizität und Futtermittelvergiftungen Anaphylaktoide ReaktionenMetabolische Futterreaktionen
ähnelt einer Allergie, allerdings werden keine immunologischen Reaktionen hervorgerufen. Da keine vorherige Sensitivierung notwendig ist, können sie beim ersten Kontakt mit dem Futtermittel auftreten.
werden durch im Futter enthaltene Giftstoffe ausgelöst (z.B. Alkaloide in Knoblauch) oder resultieren aus Kontaminationen mit toxin-produzierenden Parasiten oder Mikroorganismen (z.B. Botulismus)
können beispielsweise nach der Aufnahme von verdorbenem Thunfisch mit hohen Mengen Histamin auftreten.
resultieren beispielsweise aus einem Enzymmangel z.B. Laktoseintoleranz aufgrund eines Laktasemangels)

Viele Autor:innen stimmen überein, dass Futtermittelallergien eher selten auftreten, während die Aufnahme von ungeeigneten Futtermitteln und nicht-immunologische Futtermittelintoleranzen weiter verbreitet sind.

Die Symptome einer Futttermittelallergie können sowohl die Haut als auch den Magen-Darm-Trakt betreffen, wobei letztere deutlich seltener auftreten.

Laut Verlinden sind Futtermittelallergien geschätzt für 1% aller Hauterkrankungen sowie 10% aller allergischen Hautreaktionen verantwortlich. Damit ist die Futtermittelallergie die dritthäufigste Form der Hautallergie nach Flohbiss-Allergie und Atopie (Umweltallergie).

Häufigste Auslöser für Futtermittelallergien

Auf dem Bild unten siehst Du die häufigsten Auslöser für Futtermittelallergien. Unangefochten auf Platz 1 ist das Rind (36%), gefolgt von Molkereiprodukten (28%). Dann folgen mit größerem Abstand Weizen (15%), Eier (10%) und Huhn (10%).

Ca. 30-50% der Hunde reagieren auf mehr als ein Futtermittel allergisch. Interessanterweise kommt es dabei aber eher selten zu Kreuzreaktionen innerhalb der gleichen Kategorie bzw. Spezies – zum Beispiel tolerieren Hunde, die allergisch auf Kuhmilch reagieren, in der Regel Rindfleisch.

Die ersten Symptome treten häufig schon im ersten Jahr auf, wobei es auch möglich ist, dass der Hund schon 1-2 Jahre Kontakt mit dem auslösenden Futtermittel hat, bevor die ersten Symptome erkennbar sind.

Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Rassen eher anfällig für Futterallergien sind: Boxer, Cocker and Springer Spaniels, Collies, Dalmatiner, Deutsche Schäferhunde, Lhasa Apsos, Zwergschnauzer, Retriever, Shar-Peis, Soft-Coated Wheaten Terriers, Dackel and West Highland White Terrier. Allerdings ist die Datenlage auch hier schwierig.


Solltest Du den Verdacht haben, dass Dein Hund unter einer Futtermittelallergie leidet, solltest Du dringend einen Tierarzt zur Abklärung aufsuchen!


Referenz:
Verlinden, A., Hesta, M., Millet, S., & Janssens, G. P. J. (2006). Food allergy in dogs and cats: a review. Critical reviews in food science and nutrition46(3), 259-273.

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