Hunde können unsere Emotionen lesen

Was die meisten Hundebesitzer schon vermutet haben, wurde jetzt auch durch eine soeben erschienenen Studie wissenschaftlich untermauert: Hunde können menschliche Emotionen anhand des Gesichtsausdruckes erkennen.

Dr. Corsin Müller und Prof. Ludwig Huber sowie ihre Kollegen vom Wiener „Clever Dog Lab“ haben untersucht, ob Hunde fröhliche von zornigen Gesichtsausdrücken unterscheiden können. Dazu wurden die Hunde zunächst trainiert, an einem so genannten Touchscreen zu arbeiten. Ähnlich wie in einem früheren Versuch hier:

 

 

In der aktuellen Studie zeigte man den Testhunden im Training entweder die unteren oder oberen Hälften von einem fröhlichen und einem zornigen Gesicht. Die Hälfte der Hunde wurde nun darauf trainiert, immer das Gesicht zu wählen, das den fröhlichen Gesichtsausdruck zeigt. Die andere Hälfte der Hunde wurde auf den zornigen Gesichtsausdruck trainiert. Meisterten die Hunde dieses Training erfolgreich, folgten die Testdurchgänge.

 

Bildschirmfoto 2015-02-12 um 21.42.20

© Anjuli Barber, Messerli Research Institute

 

In den Testdurchgängen wurden den Hunden dann vier unterschiedliche Kategorien Bilder gezeigt (siehe auch Abbildung unten):

  1. Bilder von der gleichen Gesichtshälfte, aber von neuen, fremden Gesichtern.
  2. Bilder, die die entgegengesetzte Gesichtshälfte der gleichen Person zeigten (also wenn die Hunde vorher auf die Unterseite trainiert wurden, zeigte man ihnen nun die obere Gesichtshälfte).
  3. Die entgegengesetzte Gesichtshälfte von neuen, fremden Gesichtern
  4. Die linke Gesichtshälfte der gleichen Person
Testdurchgänge

Schema des Versuchsablaufs (in der Studie wurden Fotografien menschlicher Gesichter gezeigt).

Die Hunde konnten auf Anhieb die Bilder in allen vier Kategorien richtig zuordnen.

 

Die Hunde müssen also verstanden haben, dass ein glücklicher Ausdruck in der unteren Gesichtshälfte die gleiche Bedeutung hat wie ein glücklicher Ausdruck in der oberen Gesichtshälfte. Das bedeutet, dass sie eine Vorstellung davon haben, wie ein glückliches Gesicht aussieht und dass dies jeder Mensch auf eine sehr ähnliche Weise ausdrückt.

 

Auch wenn das noch kein wissenschaftlicher Beleg dafür ist, dass Hunde wirklich verstehen, wie wir uns fühlen, so ist es doch ein spannender Schritt in die richtige Richtung in der durchaus schwierigen Emotionsforschung.

 

Referenz:

Müller et al. (2015), Dogs Can Discriminate Emotional Expressions of Human Faces, Current Biology, http://dx.doi.org/10.1016/j.cub.2014.12.055

 

Bildnachweis:

Angry kid“ von foamcow/ flickr unter CC

 

 

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2 Kommentare

  1. Sehr interessanter Artikel. Es ist immer wieder erstaunlich, was Hunde leisten und wie sie mit Menschen kommunizieren können.

    • Hallo Anna,
      ja, ich find diese Studie auch echt super spannend und echt gut gemacht. Ich gespannt, wie es mit dem Thema weiter geht :)
      Viele Grüße,
      Marie

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