Übergewicht macht Hunde krank

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Übergewicht ist eine Volkskrankheit. Auch unter Hunden. Bis zu 40% aller Hunde gelten in Industrieländern als übergewichtig – das meint, dass der Hund sein Idealgewicht um mehr als 15% überschreitet.


Übergewicht hat weitreichende Auswirkungen auf die Gesundheit


Übergewicht kann fatale Auswirkungen auf die Gesundheit des Vierbeiners haben. Die Lebenszeit verkürzt sich um bis zu 2 Jahre. Eine lebensbegleitende Studie bei Labradoren hat gezeigt, dass bereits moderates Übergewicht die Lebenserwartung erheblich senken kann. In dieser Studie wurden eine Gruppe von Labradoren mit 25% mehr Futter gefüttert als ihre Geschwister. Die normalgewichtigen Geschwister hatten eine 15% höhere Lebenserwartung. Zusätzlich litt die übergewichtige Gruppe nach kürzerer Zeit an Arthrose und anderen chronischen Krankheiten. Arthrose ist eine typische Erkrankung, die durch Übergewicht entstehen kann. Ursache dafür ist die permanente Überlastung von Sehnen, Bändern und Gelenken.

Aber Fettleibigkeit ist nicht nur gefährlich wegen des erhöhten Gewichts, das auf das Skelett drückt, das Herz belastet und somit den Stress erhöht. Nach neueren Erkenntnissen werden Krankheiten, die mit Übergewicht verbunden sind auch darauf zurückgeführt, dass Fettgewebe aktiv Hormone, die sogenannten Adipokine produziert, die den Stoffwechsel negativ beeinflussen können. Adipokine fördern die Insulinresistenz, welche als wichtigster Faktor zur Entstehung von Diabetes gilt.

 

Macht Kastration dick?


Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass ein kastrierter Hund automatisch dick wird. Das ist Quatsch. Kastration per se macht natürlich nicht dick. Aber durch die Umstellung im Stoffwechsel benötigen kastrierte Hunde in der Regel weniger Kalorien und mehr Bewegung um ihr Gewicht zu halten.

Die Anfälligkeit für Übergewicht scheint auch eine genetische Komponente zu haben, da verschiedene Rassen (zum Beispiel Labrador und Golden Retriever) stärker zu Übergewicht neigen.



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Das Verhalten des Besitzers ist entscheidend!


Obwohl Kastration und genetische Faktoren einen Einfluss haben können, ist am Ende doch einzig der Besitzer für das Übergewicht des Hundes verantwortlich. Dies bestätigt auch eine Umfrage unter Tierärzten: 97% der Teilnehmer sehen  falsche Ernährung, zu wenig Bewegung oder andere besitzerabhängigen Faktoren als Hauptursache für die hündische Korpulenz.

Tatsächlich zeigen verschiedene Studien, dass übergewichtige Hunde weniger Bewegung haben und dass sie öfter Leckerli bekommen, da die Halter oft das Futter als Ausdruck der Zuneigung benutzen. Zudem unterschätzen fast 50% der Besitzer übergewichtiger Hunde die Gewichtssituation ihres Vierbeiners.

 

Was tun bei Übergewicht?



Natürlich gehört zu einem gesunden Abnehmen immer Bewegung. Die Spaziergänge sollten deshalb länger ausfallen. Auch gemeinsames Spielen steigert das Aktivitätslevel und stärkt zudem die Bindung.

Besonderes Hundefutter – wie gern von der Futterindustrie suggeriert – ist meist nicht unbedingt notwendig. Je nach Ausmaß des Übergewichtes und wenn der Hund keine krankheitsbedingten Beeinträchtigungen hat, reicht in vielen Fällen eine Senkung der Kalorienzufuhr, also eine Verkleinerung der Portionen. Und vor allem: die Leckerli müssen von der Tagesration abgezogen werden!

Besonders bei Hunden im Wachstum und bei älteren Hunde sollte man ein Auge auf das Gewicht haben. Denn dann belasten die unnötigen Pfunde die Knochen und den Kreislauf natürlich umso mehr.

 

Referenzen:

Bland, I. M., Guthrie-Jones, A., Taylor, R. D., & Hill, J. (2009). Dog obesity: owner attitudes and behaviour. Preventive veterinary medicine, 92(4), 333-340.

Bland, I. M., Guthrie-Jones, A., Taylor, R. D., & Hill, J. (2010). Dog obesity: Veterinary practices’ and owners’ opinions on cause and management. Preventive veterinary medicine, 94(3), 310-315.

Kealy, R. D., Lawler, D. F., Ballam, J. M., Mantz, S. L., Biery, D. N., Greeley, E. H., … & Stowe, H. D. (2002). Effects of diet restriction on life span and age-related changes in dogs. Journal of the American Veterinary Medical Association, 220(9), 1315-1320.

White, G. A., Hobson‐West, P., Cobb, K., Craigon, J., Hammond, R., & Millar, K. M. (2011). Canine obesity: is there a difference between veterinarian and owner perception?. Journal of Small Animal Practice, 52(12), 622-626.

Bildnachweis:

Mix:  „Chico von RustyClark (hottnfunkyradio.com) unter CC

Mops: „Pug you!“ von Axel Naud  unter CC

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Ein Kommentar

  1. Man kann z.B. auch seine Leckerliegabe anders gestalten und sie darauf beschränken wenn der Hund was wünschenswertes gemacht hat. Ich konnte viele Leckerlie gebende Hundehalter beobachten die ihren Hunden anlasslos irgendwelchen Kram rein stopfen – oftmals auch in Situationen wo der Hund gerade Verhalten zeigt, was jenseits von erwünscht empfunden Verhalten zu verorten ist. Eine Leckerliegabe auf Basis von richtigem Verhalten ist am Ende auch nicht herzlos oder sonst wie unfair … der Hund lernt so und ist und bleibt nun mal ein Tier.
    Des weiteren sind kleinere Leckerlies möglich. Wenn man die Käsewürfel einfach mal halbiert ist das für den Hund trotzdem noch eine Belohnung genauso wenn auch mal ein Stück Möhre oder Gurke mit gegeben wird. Zugegeben manche Hunde mögen letztere Sachen nicht.

    Auch bei Hundefutter könnte man z.B. den Tierarzt fragen was man machen kann wenn der Hund immer noch Hunger hat. Gut es kann durchaus vorkommen, dass ein Tierarzt interessanterweise auf dem Gebiet der Ernährung nicht so ideenreich ist außer Spezialfutter zu geben. Allerdings helfen schon einfache Sachen, eine Malzeit größer erscheinen zu lassen.
    Hier helfen auch wieder Gurken und Karotten, Obst und Gemüse im allgmeinen ist recht kalorienarm (darauf achten dass man ggf nicht zu viel Furctose gibt) . Am Besten ist natürlich wenn man anfängt die Hundenahrung selbst zuzubereiten weil man dann genau bestimmen kann wie die Nahrung zusammen gesetzt ist. Das ist aber nicht für jeden Praktikabel.
    Was mir noch einfällt sind kalorienarme Kauartikel.

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